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Abschied und Neubeginn!

Aktualisiert: 6. Dez. 2023

Hermann Hesse schrieb in seinem Gedicht „Stufen“ über den Abschied und Neubeginn:

Pfarrer Andreas Schindler
Pfarrer Mario Gaiser

„Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern. Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe Bereit zum Abschied sein und Neubeginne, Um sich

in Tapferkeit und ohne Trauern In andre, neue Bindungen zu geben. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.»

Studien belegen, dass sich rund 80 Prozent der Menschen in ihrer gewohnten Routine wohler fühlen als bei Veränderung und Neubeginn. Nur jeder Fünfte ist getrieben von der Suche nach immer neuen Abenteuern, Reizen und Veränderungen. Den meisten von uns kosten aber schon geplante Veränderungen wie ein Umzug oder ein Jobwechsel viel Kraft und Energie, bei unvorhergesehenen Umwälzungen wie einer Trennung oder dem Verlust des Arbeitsplatzes fallen viele von uns in eine psychische Krise. Aber Abschiede und das damit verbundene Loslassen des Gewohnten können wir erlernen.


Nun glaube ich aber zu wissen, dass Pfarrer Mario Gaiser sich über seinen Neubeginn, nicht seinen Abschied, sehr freut, weil der Neubeginn die wohlverdiente Pension bedeutet und unser Herz, als Kirchgemeinde, muss sich nun an das Gedicht von Hermann Hesse halten: „Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne, um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in andre, neue Bindungen zu geben.» Und dies ist dann unser glücklicher Neubeginn mit Pfarrer Andreas Schindler, welchen der liebe Gott uns wider Erwarten nach nur kurzer Pfarrsuche, geschenkt hat. „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“ Fast möchte man hinter jene Zeilen von Hermann Hesse ein „Amen“ schreiben, ein „so sei es“, und das tun wir in diesem Falle auch. Ein herzliches Willkommen also an Pfarrer Andreas Schindler, mit der Hoffnung verbunden, dass dem Zauber des Neuanfangs folgend, wieder viel mehr BesucherInnen in die sonntäglichen Gottesdienste kommen mögen, als dies in der bisherigen nach-Corona-Zeit der Fall gewesen ist. Folgen Sie dem Zauber, liebe Leserin, lieber Leser.


Pfarrer Mario Gaiser hatte es in seiner kurzen Amtszeit nicht einfach, denn während mindestens zweier Jahre dieser Amtszeit hatte Corona es vereitelt, dass seine Saat der Neuevangelisierung in Menziken hätte voll zur Blüte kommen können. Mario hat versucht, neue Formen des christlichen Zusammenseins zu kreieren und zu fördern, wie die Hauskreise, die Erwachsenenbildung mit „Alpha-Live“. Als sehr gutes Beispiel hat Mario die Idee des Café „ErlebBar“ unterstützt; zusammen in Anwesenheit Gottes einen Kaffee trinken. Die Idee war, dass - es ist zwar vermessen, „Randständige“ zu sagen, aber zumindest, «sozial in unserer Gesellschaft etwas benachteiligte Mitmenschen» - dieses Café miteinander führen. Das alleine ist schon ein Projekt für sich! Auch während der Corona Zeit fühlten sich diese Menschen als Skeptiker benachteiligt und ausgeschlossen. Umso schöner ist es, dass genau dieses Format nun in der Nach-Corona-Zeit so schön erblüht ist. Café „ErlebBar“, welches alle zwei Wochen stattfindet, hat manchmal mehr BesucherInnen als die sonntäglichen Gottesdienste. So dürfen wir also hoffen, dass das zusammen in Anwesenheit Gottes einen Café trinken noch einige Zeit als Marios Geistes Kind bestehen bleiben kann. Aber auch hier gilt das Gedicht von Hermann Hesse: „Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, blüht jede Weisheit auch und jede Tugend zu IHRER Zeit und darf nicht ewig dauern.“


Alpha Live macht nächstes Jahr Pause, wird aber, wie der Schreiber munkeln gehört hat, später wieder aufgenommen. Was der Zauber des Neubeginns sonst noch in sich haben wird, sollten wir einfach mit offenem Herzen und gesunder Neugier auf uns zukommen lassen. Das Wichtigste dabei wird aber sein, dass WIR MITMACHEN!


Der beste Pfarrer, die besten Ideen zu verwirklichen, die attraktivsten Angebote zu machen, die Mitglieder willkommen zu heissen, nützt aber nichts, wenn wir weiterhin derart viele Austritte zu beklagen haben, wie in letzter Zeit. Es sind oft auch NeuzuzügerInnen, die den Austritt geben, wie wir festgestellt haben. Reden SIE, liebe Leserin, lieber Leser, mit Ihren Mitmenschen. Reden Sie auch über Gott, über ein Mitmachen in unserer Kirchgemeinde. Wir brauchen eine Neuevangelisierung, bei der ALLE mitmachen! Nur dies ist dann der Zauber, „der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“ Amen.

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